„Freye Ritter“ rufen zum „herrschaftlichen Mahl“ und machen den „Landvogt“ zum Mundschenk
„Ihr edlen Zecher, erhebet die Becher“ – Festliche Eröffnung der 16. Odenwälder Lammwochen in Reichelsheim-Gumpen

So ein Abend macht Freude: Die 16. Odenwälder Lammwochen sind am 16. April in Reichelsheim-Gumpen im Odenwald-Gasthaus „Zum Schützenhof“ bei Christoph Bertsch (ganz rechts) eröffnet worden. Dazu gab sich nicht nur politische Prominenz ein Stelldichein: Auch „königliche Hoheiten“ erwiesen der Veranstaltung ihre Reverenz. Unser Bild entstand bei den Vorbereitungen zum Hauptgang, die hier Horst Schnur als amtierender und auch Dietrich Kübler als künftiger Landrat des Odenwaldkreises mit beobachten durften.
Reichelsheim. Schon der Aperitif zur Begrüßung konnte es in sich haben: Wer zur Erfrischung nicht allein zum Schmucker Bio-Pils greifen wollten, durfte sich gleich am „kleinen Doppel von Bio-Pils und Brand vom Bio-Pils“ gütlich tun. Damit war bereits ein deutliches Zeichen dafür gesetzt, dass der festliche Abend die unverwechselbaren Qualitäten regionaler Produkte in den Blickpunkt rücken sollte. Rund 100 geladene Gäste aus dem öffentlichen Leben ließen sich am 16. April 2009 in die adrett dekorierte Scheune des Odenwald-Gasthauses „Zum Schützenhof“ bei Familie Christoph Bertsch im Reichelsheimer Ortsteil Gumpen bitten, um gemeinsam die offizielle Eröffnung der 16. Odenwälder Lammwochen zu erleben.
Nach einem Plausch im Freien folgten sie dem Ruf der „Freyen Ritterschaft Odenwald“ zum „herrschaftlichen Mahl“, aufgetragen von den „Küchenmeystereien, Gesellen und Schankmägden der Odenwälder Wirtshäuser“. Die Herolde Dieter und Carolin Colin, Christoph Bertsch und Horst Gallinat verbanden damit die Vergabe einer neuen besonderen Würde an den „ehrenwerten Landvogt Horst Schnur“, dem sie das Amt des Mundschenks antrugen. Der Oden-wälder Landrat übernahm damit die wichtige Aufgabe, im Laufe des Abends das Publikum gelegentlich die „edlen Recken, freyen Herren und Damen samt Gesinde“ mit dem Trinkspruch „Ihr edlen Zecher, erhebet die Becher“ zur huldvollen Entgegnung „All voll“ herauszufordern. Das zielte nicht etwa auf fortschreitende Trunkenheit des Publikums, sondern bestätigte, dass die Gäste „voll der guten Wünsche“ bleiben sollten.
Sichtlich gut gelaunt gaben sich politische Prominenz und regionale Leistungsträger ein Stelldichein, allen voran Regierungspräsident Gerold Dieke, Bundestagsabgeordnete Patricia Lips, Landtagsabgeordnete Judith Lannert und die Landräte Alfred Jakoubek (Darmstadt-Dieburg) sowie Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis). Und der „gastgebende“ Landrat des Oden-waldkreises wäre nicht der Lammwochen-Mitbegründer Horst Schnur, fiele ihm nicht stets Besonderes ein. Zu den Ehrengästen zählte nämlich mit dem aus Reichelsheim stammenden Professor Dr. Andreas Hornung vom Forschungszentrum Karlsruhe ein ausgewiesener Biomasse-Experte von internationalem Rang, auf dessen Unterstützung der Odenwaldkreis in seinen Bestrebungen zur Nutzung regenerativer Energien gerne bauen möchte.
Den Kontrapunkt zum wissenschaftlichen Akzent setzten zarte Elemente: Mit der Odenwälder Kartoffelkönigin Barbara Treusch freute sich das Publikum darüber, dass weitere Hoheiten den Lammwochen ihre Reverenz erwiesen, die gleichfalls Verbindungen zur Gastronomie pflegen: Selbst Hessens Milchkönigin Melanie Reuße (Guxhagen-Büchenwerra) war der Weg in Hessens südlichsten Teil nicht zu weit. Zu ihr gesellten sich die Groß-Umstädter Weinkönigin Dagmar Brehm und die Odenwälder Apfelkönigin Carmen Unger aus Grasellenbach. Sozusagen zum Inventar der Lammwochen-Eröffnung gehört das Team von Harald Brandel: Um ihren Kreis-Vorsitzenden scharte sich eine stattliche Gruppe von Schäferinnen und Schäfern in der Original-„Berufskleidung“ und mit entsprechendem Arbeitsgerät ausgerüstet.
Per Akkordeon und Gitarre gestaltete das Duo Peter und Helmut aus Ober-Abtsteinach und Lampertheim die musikalische Begleitung (ohne technische Hilfsmittel) angenehm zurückhaltend und in einer beachtlichen Bandbreite vom Beatles-Song bis zum Odenwälder Volkslied.
Rund ums Menü servierte der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Odenwaldkreis (HoGa), Armin Treusch, im Dialog mit Landrat Schnur den Gästen Erläuterungen frisch vom Fach. Gemeinsam gaben sie auch den Sponsoren Gelegenheit, ihre Produkte vorzustellen. Treusch hob die Tatsache hervor, dass die Köchinnen und Köche im Zuge der Lammwochen eigene Entwicklungen beobachten: Verarbeiteten sie früher vorzugsweise die „bekannten“ Lamm-Teile, so pflegen sie heute eine „ganzheitliche“ Methode mit dem Trend, das Lamm komplett zu verwerten. Dies habe die Kreativität der Küchenmeister gefördert, neue Geschmacksideen geschaffen und den Genuss der Verbraucher gestärkt.
Die Odenwälder Lammwochen als gastronomische Initiative mit nachhaltiger Wirkung würdigten auch Hessens HoGa-Vorsitzender Reinhard Schreek und der Vorsitzende des Hessischen Verbandes für Schafzucht, Reinhard Heintz, in ihren Grußworten.
„Werben Sie für alle, die dahinter stehen“, appellierte Horst Schnur ans Publikum und vorrangig an die Vertreter der Medien, die eifrig notierten, fotografierten und nachfragten. Als das Dessert aufgetragen war, durften sich die fleißigen Kräfte aus Küche und Service präsentieren – eine gut gemischte Gruppe vom erfahrenen Chef bis zur Auszubildenden im ersten Lehrjahr, die ihre Leistungen mit reichlich Beifall belohnt sah. Sie hatte die ungewöhnliche Herausforderung gemeistert, an ungewohntem Platz an einem gastronomischen Bravourstück mitzuarbeiten, das nicht nur für die aktuelle Aktion Zeichen setzte. Der Landrat dankte ihnen ebenso für ihren Einsatz wie Gaby Holzberger von der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) für die Organisation der Veranstaltung.
Lammwochen-Broschüre
Die 16. Odenwälder Lammwochen laufen in 28 gastronomischen Betrieben der Region bis zum Sonntag, 03. Mai 2009. Die Lammwochen-Broschüre 2009 kann bei der Odenwald-Regional-Gesellschaft angefordert werden:
OREG, Markplatz 1, 64711 Erbach, Telefon 0 60 62 94 33 30,
Fax 0 60 62 94 33 33; E-Mail: info@tourismus-odenwald.de
Informationen im Internet: www.lammwochen.de
So lohnt es sich gewiss, die Speisenkarten der an den 16. Odenwälder Lammwochen beteiligten Betriebe zu studieren. Sie werden in einer Broschüre genannt, die zugleich eine Auswahl von je drei Gerichten wiedergibt, welche das jeweilige Lokal vom 18. April bis zum 3. Mai besonders empfiehlt.
Das neue Heft enthält reichlich Wissenswertes rund um die große gastronomische Frühjahrsaktion der Region und kann bei der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) angefordert werden:
Markplatz 1
64711 Erbach,
Tel.: 06062 9433-0
Fax: 06062 9433-17
E-Mail: info@tourismus-odenwald.de
Informationen im Internet: www.lammwochen.de
Eröffnung der Odenwälder Lammwochen 2009 im Odenwald-Gasthaus „Zum Schützenhof“ in Reichelsheim-Gumpen:
Das Menü vom Lamm:
Appetit-Häppchen: Geräucherte Lammbratwurst, im Brot gebacken – Salami und Schinken vom Odenwälder Lamm – „Quer dorsch de Gaade“ / Klare Lammsuppe mit Gemüse und gekochter Lammbrust – Nudeltäschle, gefüllt mit dem Besten vom Lamm, auf Frühlingslauch und Kirschtomaten –
Odenwälder Lamm, am Spieß gebraten, mit geschmortem Gemüse, Spitzbuwe und überbackenen Rahmkartoffeln – Mousse von Frischkäse und Minze, dazu marinierter Rhabarber und Mark von Früchten.
In Küche und Service mitwirkende Gastronomiebetriebe:
Gasthof „Zur Krone“ (Bad König-Zell), Speisegaststätte „Breuberger Stuben“ (Breuberg-Sandbach), Odenwald-Gasthaus „Zum Löwen“ (Brombachtal-Langenbrombach), Odenwald-Gasthaus „Mümlingstube“ (Erbach), Odenwald-Gasthaus „Dornrös’chen“ (Höchst-Annelsbach), Restaurant Treusch im „Schwanen“ und Odenwald-Gasthaus „Treuschs Johanns-Stube“ (Reichelsheim), Gasthaus „Zum Laudenauer Tal“ (Reichelsheim-Laudenau), Odenwald-Gasthaus „Zum Kreiswald“ (Rimbach-Kreiswald).
Sponsoren:
Odenwälder Winzergenossenschaft eG (Groß-Umstadt), Privat-Brauerei Schmucker (Mossautal), Pfungstädter Privatbrauerei (Pfungstadt), Odenwald-Quelle (Heppenheim), Schäferverein Odenwaldkreis, Apfelwein- und Obstwiesenroute Odenwald e. V., Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (Erbach), Sparkasse Odenwaldkreis, Volksbank Odenwald eG, Blumenladen im Glashaus (Reichelsheim/Unter-Ostern), Odenwald-Gasthaus „Zum Kreiswald“
(Rimbach-Kreiswald) und Odenwald-Gasthaus „Zum Schützenhof“ (Reichelsheim-Gumpen).